Urheberrecht/Argumentieren

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Diese Seite soll Argumente im Bereich Urheberrecht sammeln. Diese sollten schon entsprechend zusammengeschliffen sein, also keine ewig langen Zitate angeben. Dafür gibts Urheberrecht/Artikel, Urheberrecht/Ressourcen, usw.

Anmerkung: teilweise werden hier direkt Punkte angesprochen, die die IFPI in diversen Diskussionsrunden als Argumente verwendet.


Inhaltsverzeichnis

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Warum werde ich als Kunde dafür bestraft Geld auszugeben?

Wenn Geld ausgibt um Musik zu bekommen, dann erhält man kaputte CDs (kopierschutz) und kaputte Dateien (DRM). Wenn man die gleiche Musik von Freunden tauscht, erhält man einwandfreie Songs. Warum werden die Kunden, die Geld ausgeben, bestraft?

Die Musikindustrie sollte sich um ihre Kunden kümmern, anstatt sie zu verklagen.

"Soll jetzt die Bevölkerung kriminalisiert werden, weil der Markt es nicht schafft, das Angebot für die Nachfrage zu liefern? Gesetzliche Sicherheit gegen Marktversagen auf Kosten der Freiheit? Wie kommt es, dass man mit Klingeltönen mehr Geld macht als mit Musik?" [1]

Kunden sind Piraten. Es gibt keine Schwarz/Weiß Trennung.

Es gibt keine Unterscheidung zwischen "nur Pirat" und "nur Kunde". Jeder Kunde hat auch privat kopierte Musik. Wenn die Musikindustrie "Piraten" verklagt, dann verklagt sie zahlende Kunden. Kunden wie Diebe behandeln ist kein gutes Geschäftsmodell!


Filesharer sind Diebe?

Es wird zu privaten, nichtkommerziellen Zwecken kopiert, ohne kommerziellen Hintergedanken. Diese Privatkopien gibt es seit es Musik gibt und extra deswegen werden Leermedienabgaben entrichtet. So what?
Statt privat von Freunden zu kopieren, kann man auch ganz "legal" aus Radio und Fernsehen aufnehmen. Warum soll eine Art von kopieren illegal sein, eine andere aber nicht?

Filesharing ist ungesetzlich!

Das Gesetz muss die Gesellschaft wiederspiegeln. Sinnlose Gesetze werden von den Leuten ignoriert - es wird "mit den Füßen abgestimmt".
Außerdem: Zahlt es sich aus so viele Menschen (~jeden Jugendlichen) zu einem Verbrecher zu machen?

Privatkopien müssen vernichtet werden, da sie den Markt für "legale" Musikdownloads zerstören

??? Des is genau falsch! Die Realität schaut so aus, dass sich Privatkopien nicht mit dem kommerziellen Markt streiten. Im Gegensatz sogar; ohne Napster würde es kein iTunes geben.
Obviously, if there was some way to ensure that a given publisher was the only source for a copyrighted work, that publisher could hike up its prices, devote less money to service, and still sell its wares. Having to compete with free copies handed from user to user makes life harder — hasn't it always?
But it is most assuredly possible. Look at Apple's wildly popular iTunes Music Store, which has sold over one billion tracks since 2003. Every song on iTunes is available as a free download from user-to-user, peer-to-peer networks like Kazaa. Indeed, the P2P monitoring company Big Champagne reports that the average time-lapse between a iTunes-exclusive song being offered by Apple and that same song being offered on P2P networks is 180 seconds.
Every iTunes customer could readily acquire every iTunes song for free, using the fastest-adopted technology in history. Many of them do (just as many fans photocopy their favorite stories from magazines and pass them around to friends). But Apple has figured out how to compete well enough by offering a better service and a better experience to realize a good business out of this. (Apple also imposes ridiculous licensing restrictions, but that's a subject for a future column).
Sachen zum einstreuen: 11,71 Millionen durch Musikdownloads in Deutschland 2006, 36% Steigerung zu Vorjahr. Vornehmlicher Grund: zunehmende Verbreitung von Breitbandanschlüssen bei sinkenden Verbindungspreisen. Na woher kommt die Verbreitung von Breitband wohl?


Filesharing verursacht Umsatzentgang und gehört deswegen verboten

Das Argument Umsatzrückgang ist ein intressantes (jetzt ganz abgesehen davon, dass Filesharing nicht zu Umsatzrückgängen führt: iTunes verursacht einen Umsatzrückgang für normale Geschäfte (zB Mediamarkt): iTunes gehört verboten!



IFPI: Der Urheber soll entscheiden dürfen, ob er sein Werk frei zur verfügung stellt oder nicht (wobei eh die Major Labels "für die Künstler" entscheiden).

Das Urheberrecht ist kein Naturrecht, sondern ein Ausgleich dafür, dass der Urheber sein Werk der Öffentlichkeit zur Verfügung stellt. In erster Linie ist das Urheberrecht hierbei ein Ausfluß des Persönlichkeitsrechtes. Auch die wirtschaftlichen Verwertungsrechte werden dem Urheber zur Sicherung seiner wirtschaftlichen Existenz verliehen. Hierbei bestehen jedoch immanente Schranken. So darf das Werk für die private Verwendung frei kopiert werden. Diese auch als "fair use" bezeichnete Begrenzung ist eine Ausprägung der Informationsfreiheit und somit ein Grundrecht. [2]
Achja, viele (die meisten?) unabhängigen Künstler beführworten Werbung durch Tauschbörsen - das neue Radio.
Ein zweiter Ansatz gegen dieses Argument: Dann könnte zum Beispiel der Urheber eines Films verbieten bzw stark einschränken, dass eine schlechte Kritik darüber geschrieben wird (zB in der ein Bild aus dem Film vorkommt). Hier speilt sich das Urheberrecht mit der Meinungsfreiheit.


Das ganze gabs schoneinmal - Radio / Kasetten

Dort war die Lösung eine Leermedienabgabe um die Künstler für privates kopieren zu kompensieren. Warum sollte es diesmal nicht auch so gehn? Fairsharing!


Unverhältnismäßigkeit der Klagen: 4000 Briefe á 5000,- €

In Österreich wurden bisher 4000 Androhungen auf Gerichtsverfahren ausgeschickt. Der Streitwert in den meisten Fällen bewegt sich in fünfstelligen Bereichen. Um einer Klage zu entgehen "können" die Betroffenen rund 5000,- € zahlen und eine eidesstaatliche Erklärung unterschreiben. Ist es gerecht Jugendliche in den Ruin zu klagen, nur weil sie privat kopiert haben? Und wohin fliessen eigentlich die 4000x5000,- Euro? Wieviel haben davon die (angeblich geschädigten) Künstler gesehen? (Siehe auch EFF FAQ)

DRM

DRM trifft nur die zahlenden Kunden und treibt sie in die Piraterie. Warum wird man bestraft, wenn man Geld ausgibt?

Dieser Ansicht ist auch Yahoo Music general manager David Goldberg [3].

Geschäftsmodelle für das Internet

Revver is a company that helps video creators add commercials to their short films, which creates a situation where the more a video is copied, the better it is for the creator. this is in marked contrast to the Hollysaurs, who are still pursuing improbably businesses that only work if they can make the Internet worse at copying bits. [4]

IFPI: "illegal konsumieren -> keinen Respekt vor der kreativen Arbeit der KünstlerInnen"

"Aber immer noch konsumieren einige Leute Musik illegal und zeigen damit keinen Respekt vor der kreativen Arbeit der KünstlerInnen, SongwriterInnen und ProduzentInnen"

Bei der Klagewelle ging es doch noch nie um die Künstler, Songwriter oder Produzenten. Diese wurden doch immer nur von den Majorlabels mit als Kanonenfutter ins Feld geschickt. Eigentlich geht es nur darum den Majorlabels weiterhin ihre Knebelverträge zu sichern.

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The right of copyright also means the demise of the privilege as it cedes into public domain. [5]

Urheberrecht ist nicht etwas selbstverständliches. Es wird den Schaffenden gewährt, damit sie einen Anreiz haben neues zu schaffen. Dafür hat die Allgemeinheit aber gewisse fair use Rechte und das Werk geht nach einiger Zeit in die "public domain" über.

"Copy protection has never stopped a single piece of content from reaching a file sharing network in unauthorized form. Not one. And once that content is there, it's available all over the world, and the entire point of having the copy protection system in the first place goes away."


Tauschbörsen haben sich als ein ideales Vertriebsmittel herausgestellt -- allein eine vernünftige Bezahlfunktion fehlt. An der Musikindustrie ist der Zug des Internets vorbei gefahren. Die Musikhörer haben ihre eigenen Vertriebswege für aktuelle Technik gefunden, die ihre Wünsche befriedigt. Währenddessen hat sich die Musikindustrie weiter darum gekümmert ihre Pfründe zu wahren. Doch viele Hörer sind bereit, Künstler für ihr Werk zu entlohnen. Dazu müssen neue Wege geschaffen werden, um ihnen gerecht das Honorar zukommen zu lassen.

Siehe

Persönliche Werkzeuge